Ein echter Landwirt zu Besuch im Biounterricht
Kurz vor den Weihnachtsferien durften zwei fünfte Klassen im Biologieunterricht einen besonderen Gast begrüßen: Einen echten Landwirt, der den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in das Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof ermöglichte.
Herr Eck, der Vater eines Schülers aus der 5. Klasse, bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau seit 2003 den Eck’schen Hof, der sich bereits seit dem 17. Jahrhundert im Familienbesitz befindet. Auf dem Hof leben derzeit rund 120 Kühe, 130 Rinder sowie etwa 35 Pferde. Gleich zu Beginn erfuhren die Kinder eine interessante fachliche Besonderheit: Ein weibliches Rind wird erst dann als Kuh bezeichnet, wenn es bereits ein Kalb bekommen hat.
Anschaulich erklärte Herr Eck den Lebensweg der Rinder. Weibliche Rinder werden im Alter von etwa 15 bis 17 Monaten erstmals besamt. Die Kälber werden im sogenannten Abkalbstall geboren und bleiben zunächst etwa einen halben Tag bei ihrer Mutter. Anschließend kommen sie in kleine Kälberiglus. Später ziehen sie in den Kälberstall um, den Herr Eck liebevoll als „Kindergarten“ bezeichnete. Der Jungtierstall stellt sozusagen die „Schule“ dar: Dort bleiben die Tiere, bis sie etwa zwölf Monate alt sind, bevor sie schließlich auf die Weide kommen.
Die Schüler*innen lernten außerdem, dass es bei der Rinderhaltung unterschiedliche Nutzungsrichtungen gibt: Milchrinder, Fleischrinder sowie sogenannte Zwei-Nutzungsrinder, die sowohl für Milch als auch für Fleisch geeignet sind. Große Überraschung löste der Preis eines Rindes aus, der – je nach Tier – zwischen 3.000 und 5.000 Euro liegen kann.
Besonders beeindruckend war für die Kinder die moderne Technik auf dem Hof. Zwei Melkroboter übernehmen dort rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche das Melken. Die Kühe werden dabei per Laser erkannt, ihre gespeicherten Daten abgerufen und der Melkvorgang individuell angepasst. Auch die Fütterung erfolgt computergestützt: Jedes Tier betritt einzeln eine Futterkammer, in der Futtermenge und -zusammensetzung individuell eingestellt werden. Über Pedometer, Bewegungssensoren am Fuß der Rinder, werden zudem Bewegungsdaten erfasst. Wenige Schritte können auf eine Erkrankung hindeuten, viele Schritte auf die Bereitschaft zur Besamung.
Natürlich interessierte die Schüler*innen auch der Alltag eines Landwirts. Auf die Frage, ob dieser Beruf anstrengend sei, antwortete Herr Eck ehrlich mit „Ja“. Auch nachts könne es zu Notfällen kommen – etwa bei technischen Problemen, Krankheiten der Tiere oder anstehenden Geburten.
Ein besonderes Highlight des Besuchs waren die mitgebrachten Futterproben. Mutige Schülerinnen und Schüler durften sogar kosten. Auch wenn der Geschmack nicht alle überzeugte, sorgte diese Aktion für große Begeisterung. Der Besuch von Herrn Eck war für alle Beteiligten eine bereichernde und lehrreiche Erfahrung und war ein schöner Abschluss der Unterrichtseinheit vor den Ferien.
Text und Bilder: Ehr
